Aktuelles aus dem DaZ-Unterricht

Flüchtlingskinder lernen Osterbräuche kennen

Flüchtlingskinder lernen Osterbräuche kennen

Ostern kennt bei uns in Deutschland jeder. Doch in anderen Ländern ist das nicht so.

Osterhasen oder Ostereier sind den Menschen dort fremd. Muslime zum Beispiel feiern Ostern nicht.

Da Ostern das wichtigste Kirchenfest bei uns ist, lernten auch die Kinder im DaZ-Kurs die Bräuche vor dem Osterfest kennen. Die Dekoration des Klassenraums mit Ostereiern und das Bemalen von gekochten Eiern waren ein riesen Spaß für die Kinder. Auch hörten viele zum ersten Mal die Leidensgeschichte Jesu. Gemeinsam wurde das Evangelium nach Matthäus, der Kreuztod und die Wiederauferstehung von Jesus Christus gelesen und diskutiert. Die Kinder waren überrascht, wie unterschiedlich das Leben, der Tod und die Auferstehung Jesu von den Religionen gedeutet und gefeiert wird.

DaZ lernen WIR!

DaZ lernen WIR!

In seinen vier DaZ-Kursen bereitet das Evangelische Gymnasium Bad Marienberg momentan 22 Flüchtlingskinder und Kinder mit Migrationshintergrund, aus 12 verschiedenen Nationen, auf den Regelunterricht vor. Jedes Kind hat dabei seinen eigenen Stundenplan und nimmt je nach Bedarf am Deutschkurs teil. Für uns ist es wichtig, dass die Kinder den Anschluss an ihre Klassengemeinschaft finden und Freundschaften zu einheimischen Schülerinnen und Schülern aufbauen können. Jeden Tag werden sie im Kleinstgruppensystem gefordert und gefördert. Unsere Schule nutzt zur Einstufung der Schülerinnen und Schüler das Programm 2P – Potenzial und Perspektive, ein Analyseverfahren für neu Zugewanderte. Stärken und Schwächen werden erkannt und die Kinder in den entsprechenden Kurs eingegliedert, welcher sie nicht über- noch unterfordert.

Rund um die Welt

Ein kleiner Eindruck vom letzten Tag der offenen Tür

Rund um die Welt

Am Tag der offenen Tür  stellten die SchülerInnen des DaZ-Unterrichtes sich und ihre Herkunftsländer anhand ihrer gestalteten Plakate vor. Kulinarisch begleitet wurde die Reise um die Welt von verschiedenen Spezialitäten wie „Mamaliga“ aus Moldawien oder „Feijoada“ aus Brasilien.

200 Bambusstangen – Kunst und Kulturfest 2017

200 Bambusstangen – Kunst und Kulturfest 2017

<<Beitrag vom 28. August 2017>>

Die zweite Schulwoche – Montag, 21. bis Freitag, 25.8. – stand unter dem Motto „Woche der Begegnung“. Die Verbandsgemeinde Bad Marienberg, das Netzwerk „Angekommen“, die Bürgerinitiative „Ich bin dabei“, die Kreissparkasse Westerwald-Sieg, der Förderverein des Evangelischen Gymnasiums sowie die gGmbH Evangelisches Gymnasium Bad Marienberg ermöglichten durch ihre finanzielle Unterstützung mehrere Aktionen von „alteingesessenen“ Westerwäldern und Menschen, die nach der Flucht aus ihrer Heimat hier ein neues Zuhause gefunden haben.

Tamilische Kochkunst
Tamilische Kochkunst

Am Evangelischen Gymnasium zeichnete sich die Woche aus durch eine gemeinsame Pilgerwanderung mit den Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Marienstatt, einen Schüleraustausch mit Schülerinnen und Schülern aus dem chinesischen Shanghai und, besonders augenfällig, durch ein ganz besonderes Kunstprojekt: Die Organisatoren hatten die Bonner Künstler Loic Devaux, Miriam Nolte und Marianne Vogt gewinnen können, um das kulturverbindende Erbauen einer Bambusskulptur, das die drei für das Projekt „sKULpTUR ALLEE POPPELSDORF“ im letzen Jahr initiiert hatten, nun auch am Evangelischen Gymnasium umzusetzen. Schülerinnen und Schüler des Evangelischen Gymnasiums, der Marie-Curie-Realschule plus und der Wolfstein-Grundschule errichteten unter Anleitung der Künstler einen Schmetterling, einen Marienkäfer, einen Wal und eine Schildkröte.

Bevor die Bambusstangen geschliffen und die Fahrradschläuche zerschnitten werden konnten, mussten erst Skizzen angefertigt werden. „Viele Kinder sagten: Ich habe keine gute Note in Kunst, ich kann nicht malen“, berichtete das Künstler-Trio. „Das zeigt, wie wichtig es ist, einen notenfreien Raum zu schaffen, in dem sie ihrer Kreativität freien Raum lassen können.“ Besondere Freude bereitete es dabei den chinesischen GastschülerInnen, abgeschnittene Bambusrohre in Tinte zu tauchen und kurzerhand als Malwerkzeug zu gebrauchen.

Interkulturell gefüllter Schulhof
Interkulturell gefüllter Schulhof

Am Samstag, 26.8., standen alle Skulpturen – pünktlich zum Kunst- und Kulturfest, das Andrea Svenska und Moritz Zöller zum krönenden Abschluss der Woche der Begegnung bereits lange im Voraus geplant und organisiert hatten. Wie die vielen verschiedenen Farben im Gewand Gottes und der Natur, so wurde auch unter den Mitfeiernden die bereichernde Vielfalt deutlich. Das zeigte bereits ein Blick aufs Buffet: Der Schulelternbeirat bot Bratwurst und Steaks im Brötchen an, die SV verkaufte Getränke und Kuchen, und tamilische und chinesische Schülerinnen des Evangelischen Gymnasiums präsentierten mit ihren Familien an eigenen Stände Köstlichkeiten aus ihrer Heimat.

Während in der Turnhalle zeitweise Schülerinnen und Schüler sowie Lehrer aus Bad Marienberg und China in gemischten Doppeln im Tischtennis gegeneinander antraten, fand das meiste Programm bei strahlendem Sonnenschein auf dem Schulhof statt: Vor der Andacht und der offiziellen Begrüßung durch Schulleiter Dirk Weigand und Organisatorin Andrea Svenska erfreute Oliver Thinius die Gäste durch sein Dudelsackspiel. Pauline Fischbach (Jg. 11) nahm ihre Zuhörer in einem Poetry Slam mit zu einem etwas anderen Vorstellungsgespräch, das sich kritisch mit den Entwicklungen in der Gesellschaft auseinandersetzte. Tanzeinlagen der orientalischen Tanzgruppe aus Westerburg und einer chinesischen Schülerin gingen der Versteigerung der Steinskulpturen voraus, die Schülerinnen und Schüler schon im Frühjahr unter Anleitung von Loic Devaux geformt

hatten. Der Erlös kommt dem Schulsozialfonds zugute. Parallel dazu malten und bastelten ältere Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit den jüngsten Teilnehmern des Festes. Den kurzweiligen Abend rundete die Band „Stoned Delirium“ mit fetzigen Rhythmen ab.

Und die Bambusskulpturen? Die bleiben auf dem Schulhof stehen und erinnern mit ihrem Farbenreichtum noch lange an Stunden frohen und geselligen Beisammenseins.

Schottischer Dudelsackpfeifer
Schottischer Dudelsackpfeifer

Evangelisches Gymnasium Bad Marienberg bekommt Preis für Flüchtlingsarbeit

Schulstiftung stellt 5.000 Euro zur Verfügung

Evangelisches Gymnasium Bad Marienberg bekommt Preis für Flüchtlingsarbeit

<<Bericht vom 30.09.2016>>

Die Arbeitsgruppe „Flüchtlinge am Evangelischen Gymnasium Bad Marienberg (EvGBM)“ hat mit ihrem Integrationskonzept an einem Wettbewerb der Evangelischen Schulstiftung (ESS) mit dem Titel „Ich bin ein Fremder gewesen…“ teilgenommen und einen Förderbetrag

in Höhe von 5.000 Euro gewonnen. Die Stiftung in der Evangelischen Kirche in Deutschland fördert mit dem Preisgeld Projekte, die Flüchtlinge in Deutschland willkommen heißen und ein sichtbares Zeichen der Aufnahme oder Gastfreundschaft setzen. Zurzeit besuchen zehn Schülerinnen und Schüler aus Syrien, Afghanistan, Armenien und Albanien das Evangelische Gymnasium. Sie sind altersgemäß in die Klassen 5 bis 10 eingeschult worden. Schulleiter Dirk Weigand sieht gute Chancen für einen gelingenden Schulabschluss der Schüler: „Die, die wir im Moment hier haben, wollen wir auch zum Abitur führen. Ich erlebe die Mädchen und Jungen als sehr wissbegierig und leistungsorientiert.“

 

Die Arbeitsgruppe "Flüchtlinge am Ev. Gymnasium" mit ihren Schützlingen und deren Mentoren (Foto: Sabine Hammann-Gonschorek)
Die Arbeitsgruppe "Flüchtlinge am Ev. Gymnasium" mit ihren Schützlingen und deren Mentoren (Foto: Sabine Hammann-Gonschorek)

Um die Integration der ausländischen Schüler zu unterstützen, erhält jeder Schüler zehn Stunden Sprachunterricht, der innerhalb der Ganztagsschule erteilt wird. Zusätzlich hat das Land Rheinland-Pfalz vor kurzem eine Lehrkraft mit 20 Wochenstunden für den Sprachunterricht zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus erhalten die Flüchtlinge einen geregelten Tagesablauf, mit Unterricht, Arbeitsgemeinschaften und Sportangeboten. Die Schüler werden durch sozialpädagogische Betreuung, regelmäßigen Kontakt und Austausch mit Betreuern und Familien und je zwei Tutoren aus der Schülerschaft unterstützt. Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus den Lehrkräften Moritz Zöller, Gerhard Huke, Gunther Wetzel und Hermann Raffelsiefen hat das Integrationskonzept erarbeitet.

Inesa (aus Armenien, Kl. 7) bei der Gruppenarbeit mit Klassenkameradinnen (Foto: Moritz Zöller)
Inesa (aus Armenien, Kl. 7) bei der Gruppenarbeit mit Klassenkameradinnen (Foto: Moritz Zöller)

Es nimmt die Integration der jungen Flüchtlinge im schulpflichtigen Alter in den Blick und möchte ebenso ihre Eltern und junge Erwachsene mit Sprach- und Integrationskursen unterstützen. Das Preisgeld der Schulstiftung soll in weitere Integrationsprojekte, wie Exkursionen und Thementage und in Unterrichtsmaterial investiert werden. Schulleiter Dirk Weigand ist es wichtig, im Evangelischen Gymnasium Bad Marienberg christliche Nächstenliebe und soziale wie kulturelle Werte weiterzugeben, unabhängig von Herkunft, Kultur und Religion. Auf dieser Basis haben sich Geschäftsführung, Schulleitung, Lehrerschaft und aller anderen Mitarbeiter des Evangelischen Gymnasiums Bad Marienberg entschieden, junge Flüchtlinge aufzunehmen und einen Beitrag zur Integration zu leisten, berichtet Weigand.

Ahmad (aus Syrien, Kl. 10) im Matheunterricht am Smartboard (Foto: Moritz Zöller)
Ahmad (aus Syrien, Kl. 10) im Matheunterricht am Smartboard (Foto: Moritz Zöller)

Wir wünschen uns an unserer Schule Heterogenität und gelebte Inklusion aller gesellschaftlichen Gruppen; wir Menschen haben alle unterschiedliche Begabungen und Handicaps, sind unterschiedlich sozialisiert.“ Zur Auszeichnung für die Flüchtlingsarbeit gratulierte auch der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Dr. Volker Jung, und dankte allen Beteiligten, dass die Integration von Flüchtlingen wie selbstverständlich in den Schulalltag des Evangelischen Gymnasiums aufgenommen und umsetzt werde.