Bildungs- und Kulturforum

Das Bildungs- und Kulturforum des Evangelischen Gymnasiums Bad Marienberg und des Fördervereins hat das Ziel, die Schule als Bildungs- und Kulturort für die Region zu öffnen. Mehrfach im Jahr finden Vorträge und Kulturveranstaltungen statt, die nicht nur für die Schulgemeinschaft des Evangelischen Gymnasiums geöffnet sind, sondern ganz bewusst ein breites Publikum aus der Region ansprechen. Durch die finanzielle Unterstützung des Fördervereins und des Schulträgers können auf diese Weise attraktive Referenten gewonnen werden. Durch die Förderung können Bildungsvorträge für die Öffentlichkeit zudem für die Gäste kostenlos angeboten werden.

Bisherige Themenschwerpunkte lagen hierbei vor allem auf politischen, gesellschaftlichen sowie wirtschaftlichen und historischen Aspekten. Aber auch allgemeine Bildungsthemen konnten bereits im Rahmen des Forums diskutiert werden.

Zukünftig soll ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltungsreihe auch auf kulturellen Abendveranstaltungen liegen. Die neu gestaltete Mensa des Evangelischen Gymnasiums Bad Marienberg liefert hierbei als Multifunktionsraum mit Bühne und entsprechender Technik einen optimalen Rahmen. Bereits zur Eröffnung konnte man sich von den akustischen Vorzügen des Raumes im Rahmen der Veranstaltung mit dem Rezitator Oliver Steller überzeugen. Zukünftig sind hier Lesungen, Kabarettabende, Theatervorführungen und Konzerte geplant. Hierzu konnten bereits Fördermittel der Evangelischen Schulstiftung der EKD gewonnen werden. Hierdurch können diese hochwertigen Kulturveranstaltungen zu attraktiven Eintrittspreisen für die Bürgerinnen und Bürger der Region sowie für die Schulgemeinschaft angeboten werden.

Das Evangelische Gymnasium sowie der Förderverein möchte so mit seinem Bildungs- und Kulturforum dazu beitragen, dass die Schule auch weiterhin als Schule aus der Region für die Region wahrgenommen wird und dabei eben mehr ist, als nur eine Schule – nämlich ein attraktiver und ganzheitlicher Bildungsraum für Jung und Alt.

Unsere Veranstaltungen

Vorverkauf für William Wahl gestartet

Vorverkauf für William Wahl gestartet

Im Rahmen unserer neuen Veranstaltungsreihe „Kulturforum EvGBM“ ist es uns gelungen, William Wahl mit seinem Programm „Wahlgesänge“ nach Bad Marienberg zu holen.

Sie haben den Wahl. Und zwar ganz für sich: Denn William Wahl betritt nun auch alleine die Bühne. Endlich! Bestens bekannt aus der a-cappella-Formation basta schüttet er uns sein komödiantisches wie melancholisches, sein heiteres wie so richtig sarkastisches Herz alleine aus. Wahlgesänge sind Klavierkabarett ohne Staub, Lieblings-Songs für Lebenslieber, Romantik für Realisten.

Mit feinen Humor und musikalischem Vergnügen begleitet uns Wahl durch die großen und kleinen Themen des Lebens. Unterhaltsam und leichtfüßig, aber nie leichtgewichtig erzählt er uns vom geplanten Draufgänger-Urlaub in Flagranti und von Tarzans tragikomischem Ende im Dschungelcamp. In einer hinreißenden Musicalnummer singt er davon, dass das Leben kein Musical ist, verlegt Joshua Kadisons Schmachtfetzen ,,Picture Postcards from L.A.“ kurzerhand in die Brandenburgische Provinz und singt natürlich von der Liebe – der echten und der vergangenen.

Seine Stimme, ob gesungen oder gesprochen, begleitet uns mit seinem feinen Humor der kleinen Seitenhiebe bestens durch die Widersprüche des Lebens, gibt uns Leichtigkeit, auch wenn wir schlucken müssen, verleiht den bissigen Ton, wenn es uns alles einfach ein bisschen zu einfach durchgeht.

Dass das hier alles musikalisch virtuos und textlich brillant über die Bühne geht, ist übrigens Ehren- und fast schon Nebensache, jedenfalls für William Wahl. Und den mag man am Ende gar nicht mehr von der Bühne lassen.

Der Vorverkauf startet ab sofort über das Sekretariat der Schule oder per E-Mail unter vvk@evgbm.net

Der Eintritt beträgt 10,-€, Schüler und Studierende zahlen 5,-€.

Wir empfehlen die Karten im Vorverkauf zu erwerben, da eine Abendkasse nicht garantiert werden kann.

 

Quo vadis, Europa?

Quo vadis, Europa?

Der Abend des 21.01.2019 stand unter der Fragestellung ‚Wohin gehst du Europa?‘. Im Rahmen eines Bildungsforums lud das Evangelische Gymnasium Bad Marienberg, in die neuerbaute Schulmensa, zu einem Vortrag ein. Neben vielen interessierten Bürgerinnen und Bürgern und einigen Schülern der Oberstufe des Gymnasiums, erschienen die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der umliegenden Dörfer, der Verbandsbürgermeister Andreas Heidrich, der Landtagsabgeordnete Hendrik Hering, wie auch die Vorsitzende des Fördervereins, Silke Schneider. Auch Vertreter des Dekanats, die die Veranstaltung mit dem Gymnasium gemeinsam ausgerichtet haben, waren anwesend.

Alle Anwesenden waren gekommen um Herr Prof. Dr. Frank Schimmelfennig bei seinem Vortrag zuzuhören. Der deutsche Politikwissenschaftler, welcher ursprünglich aus Bad Marienberg kommt, ist Professor an der ETH Zürich. Sein Abitur machte Prof. Schimmelfennig am Konrad-Adenauer-Gymnasium Westerburg. Neben dem Studium an der Universität in Mainz, studierte er an drei weiteren Universität in Dijon, Tübingen und in Medford (USA). Mit dem Titel Magister Artium schloss er 1989 sein Studium in Tübingen ab. 1995 wurde er an der Universität Tübingen promoviert. Sechs Jahre später habilitierte er und wurde zum Privatdozenten ernannt. Über die Jahre schrieb Prof. Schimmelfennig viele Bücher und mehrere Zeitschriftenartikel. Seinen Fokus setzt er auf die Osterweiterung der EU und die damit verbundene Europarisierung, was ebenfalls Thema dieses Vortrags war.

Nachdem Herr Weigand, Schulleiter des Gymnasiums, Dekan Wengenroth und auch Herr Hering die zahlreich erschienenen Gäste begrüßt hatten, begann Prof. Schimmelfennig seinen Vortrag. Er begrüßte die Anwesenden und fing mit einem kurzen Rückblick in die Vergangenheit Europas an. Trotz oder wegen der starken Expansion hatte Europa in den vergangen dreißig Jahren mit vielerlei Krisen zu kämpfen. Neben der Wirtschaftskrise kam ebenfalls die Flüchtlingskrise hinzu. Heute kann man jedoch sagen, dass Europa daran gewachsen ist. Es hat sich viel verändert, jedoch ist Europa im Wandel und steht nicht vor dem Zusammenbruch, wie es viele Kritiker sehen. Ohne die vergangenen Krisen wäre Europa heute nicht da wo es jetzt ist. Die Forderungen der einzelnen Länder aus Europa auszutreten ist gering, es wird sich mehr die Veränderung Europas gewünscht. Herr Schimmelfennig sieht Europa also nicht vor der Wahl zwischen Untergang oder Weitermachen, sondern vor der Wahl welches Europa wir wirklich wollen.

Nachdem Prof. Schimmelfennig seinen Vortrag abgeschlossen hatte, gab es noch die Möglichkeit Fragen zu stellen. Nach einer halbstündigen Diskussionsrunde beschloss Herr Weigand den Abend und bedankte sich noch einmal bei Prof. Schimmelfennig. Ein kleines Geschenk wurde noch überreicht, es gab Kirchenwein und ein Körbchen mit vielerlei Köstlichkeiten aus der Region.

Bevor jeder nach Hause ging, bestand die Möglichkeit sich bei Brezeln und Getränken, die von der SV des Gymnasiums verkauft wurden, über das Gehörte des Abends noch einmal auszutauschen.

Louisa Sophie Weber

Foto: S. Hamman-Gonschorek

Von Goethe bis Heute

Rezitator Oliver Steller zu Gast im evGBM

Von Goethe bis Heute

Am Donnerstag, dem 20.9.2018, wurde die Bühne der neu gebauten Mensa des Evangelischen Gymnasiums Bad Marienberg schon einen Tag vor ihrer feierlichen Eröffnung durch eine besondere Veranstaltung eingeweiht: Im Rahmen seines Bildungsforums hatte der Förderverein den Musiker und Rezitator Oliver Steller, der von der FAZ zu Recht als „Stimme deutscher Lyrik“ bezeichnet wird, für eine Präsentation seines literarischen Programms gewinnen können.
Unter dem Titel „Von Goethe bis heute“ stellt der Künstler einem begeisterten Publikum aus Schülern, Eltern und Lehrern eine bunte Mischung von Gedichten vor. Neben klassischen Balladen wie „Der Zauberlehrling“ von Goethe lag dabei sein Schwerpunkt auf den Werken zeitgenössischer Dichter zu den verschiedensten Themen. Gestenreich, teilweise auch mit Gesang und Gitarre, interpretierte er Kinder- und Liebesgedichte u.a. von Robert Gernhardt, Joachim Ringelnatz und Paul Pfeffer. Die lockere Verknüpfung der vorgetragenen Werke durch unterhaltsame Anekdoten sorgte dafür, dass das durchaus umfassende Programm als kurzweilig empfunden wurde. Die Schülervertretung des Evangelischen Gymnasiums sorgte in der Pause mit Getränken und Brezeln außerdem für das leibliche Wohl, während der Künstler selbst für Gespräche zur Verfügung stand und zur Feier des Tages CDs mit seinen Vorträgen zum Sonderpreis verkaufte.
Die Einweihung der neuen Bühne an diesem Abend kann also als voller Erfolg verbucht werden!

 

Migrantenkinder haben es schwerer

Verschenkte Ressourcen in der Bildung

Migrantenkinder haben es schwerer

Erfolg in der Schule ist für Ausländerkinder und Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund deutlich schwerer zu erreichen als für deutschstämmige Schüler, stellte Professor Rainer Geißler bei einem Vortrag im Evangelischen Gymnasium Bad Marienberg fest. Nach einer Begrüßung durch Schulleiter Dirk Weigand belegte der renommierte Soziologe der Universität Siegen vor rund 80 interessierten Zuhörern mit Hilfe zahlreicher Statistiken den nachteiligen Einfluss eines Migrationshintergrundes auf die Schulleistung. Dabei spiele auch eine Rolle, dass Migranten häufiger in der unteren sozialen Schicht stärker vertreten seien, als in Mittel- oder Oberschicht, sagte Geißler. Nach einer Untersuchung der PISA Studie ist es für Kinder von Akademikern und Unternehmern sechsmal wahrscheinlicher ein Gymnasium zu besuchen als für Kinder aus anderen Schichten. Die Leistungsbeurteilung von Grundschülern unterliege häufig einem Phänomen, das Geißler „wohlwollende Diskriminierung“ nannte. Er belegte anhand von Statistiken zur Lesefähigkeit, dass Kinder von ungelernten Arbeitern durchschnittlich einen Lernvorsprung von zwei Jahren haben müssen, um für das Gymnasium vorgeschlagen zu werden. Während Kinder aus oberen Schichten auch vorgeschlagen werden, wenn sie unterdurchschnittlich gut lesen. Geißler sagte, die Annahme, im Elternhaus gebe es keine oder wenig Unterstützung bei den Hausaufgaben, bewege Grundschullehrer zu einer schlechteren Beurteilung der Schüler. Professor Geißler berichtete beispielhaft von einer seiner türkischstämmigen Studentinnen, die aus einem Analphabetenhaushalt stammte. Die Studentin erhielt für ihre Abschlussarbeit in der sozialwissenschaftlichen Fakultät der Uni Siegen den Preis für die beste Arbeit. In der Grundschule war sie jedoch nicht für das Gymnasium vorgeschlagen worden. Generell seien Kinder aus türkischen Familien, die gleichzeitig einen relativ hohen Anteil der rund 4,4 Millionen Schüler an deutschen Schulen (Zahlen aus dem Schuljahr 2011/2012) stellen, besonders stark benachteiligt. Professor Geißler beklagte eine schlechte Förderkultur im deutschen Bildungssystem, die auch im statistischen Vergleich zu anderen Mitgliedstaaten der OECD besonders negativ sei. Die OECD ist eine internationale Organisation mit 35 Mitgliedstaaten, die sich der Demokratie und Marktwirtschaft verpflichtet fühlen. Die meisten OECD-Mitglieder gehören zu den Ländern mit hohem Pro-Kopf-Einkommen und gelten als entwickelte Länder. Während in Kanada und Australien kein Unterschied in den Bildungschancen von Ausländern und Einheimischen ausgemacht werden könne, sei es als Migrantenkind in Deutschland viel schwerer den gleichen Abschluss zu erzielen wie für ein deutschstämmiges Kind. Deutschland habe eine „stark unterentwickelte Förderkultur“, sagte Geißler. Auch die Beurteilung der Lehrerleistung rangiere auf den unteren Plätzen. Es gebe in Deutschland höchstens halb so viele schulische Fördermaßnahmen wie im Durchschnitt der OECD-Länder. Hier werde das geistige Potential der Bevölkerungsgruppe der Migranten verschenkt, resümierte Geißler. Er forderte höhere Ausgaben für die Bildung, die im OECD-Vergleich in Deutschland auf dem fünftletzten Platz rangieren (5,3 % im Haushalt 2009). Geißler schloss seinen Vortrag mit einem Zitat von John F. Kennedy: “There is only one thing in the long run more expensive than education: no education. (Das Einzige, das auf lange Sicht teurer ist als Bildung ist: keine Bildung.)” Der Vortrag „Verschenkte Ressourcen – Bildungschancen und Bildungserfolg von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund“ wurde ermöglicht vom Bildungsforum des Evangelischen Gymnasiums, das vom Förderverein der Schule finanziert wird. Professor Rainer Geißler ist Verfasser mehrerer sozialwissenschaftlicher Werke, u.a. „Die Sozialstruktur Deutschlands“, das im Bereich Sozialwissenschaften als Standardwerk gilt. Sein wichtigstes Forschungsgebiet ist die Sozialstrukturanalyse und die Erforschung sozialer Ungleichheit. (shg)