Zwei Wochen, die bleiben – unser China-Austausch 2026

Zwei Wochen, die bleiben – unser China-Austausch 2026

34 Schülerinnen und Schüler des Evangelischen Gymnasiums Bad Marienberg zu Gast an der Shanghai Changzheng Secondary School und anschließend auf Rundreise von Hangzhou bis Beijing

Seit gut einer Woche sind wir wieder zurück in Bad Marienberg, und die Eindrücke sind noch immer frisch. Vom 23. September bis zum 7. Oktober waren 34 Schülerinnen und Schüler unserer Schule zusammen mit Herrn Zöller und Herrn Schneider in China. Die erste Woche verbrachten wir an unserer Partnerschule, der Shanghai Changzheng Secondary School. Danach ging es auf eine Rundreise, die uns von Hangzhou über Suzhou und Xi’an bis nach Beijing führte.

Schon die Begrüßung am Flughafen Pudong und die anschließende Willkommenszeremonie an der Schule machten deutlich, wie herzlich wir erwartet wurden. Es gab Reden des chinesischen Schulleiters Herrn Yang Nenghao und von Herrn Zöller, Darbietungen der chinesischen Schülerinnen und Schüler, einen Austausch von Geschenken und natürlich das obligatorische Gruppenfoto. Danach wurden 20 unserer Schülerinnen und Schüler von ihren Gastfamilien abgeholt. Sie hatten ihre Austauschpartner bereits im Sommer bei sich in Deutschland aufgenommen, und so wurde das Wiedersehen für viele zu einem besonders schönen Moment. Die übrigen 14 Schülerinnen und Schüler verbrachten die Tage mit ihren Partnerfamilien und kehrten abends ins Hotel zurück.

Am Wochenende lernten alle den chinesischen Familienalltag aus nächster Nähe kennen. Am Montag folgte das Shanghai der Superlative mit dem Oriental Pearl Tower, einer Erkundungstour zu den Wahrzeichen der Stadt und am Abend einer Schifffahrt auf dem Huangpu, vorbei an der hell erleuchteten Skyline. Mindestens genauso eindrucksvoll war der Dienstag, an dem unsere Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihren Partnern den Unterricht der Oberstufe besuchten. Die Lehrkräfte hospitierten unter anderem in Englisch, Biologie, Informatik und Sport (Tischtennis). Bei der Verabschiedungszeremonie am Nachmittag gaben unsere Schülerinnen und Schüler einen Tanz zum Besten. In seiner Abschiedsrede erinnerte Herr Zöller an ein Wort des chinesischen Dichters Wang Bo: „‚Hat man irgendwo auf der Welt einen wahren Freund, so ist selbst das Ende der Welt wie Nachbarschaft.‘ Zwischen Bad Marienberg und Shanghai liegen fast 9.000 Kilometer. Nach dieser Woche fühlt es sich aber an, als wären wir Nachbarn“, so Herr Zöller.

Am 1. Oktober begann unsere Rundreise. In Hangzhou fuhren wir mit dem Boot über den berühmten Westsee, probierten Drachenbrunnentee und bummelten über die Hefang-Straße. In Suzhou, dem „Venedig des Ostens“, erwarteten uns das Panmen-Tor, eine Bootsfahrt auf dem Kaiserkanal und ein Besuch der Shantang-Straße.

Ein Erlebnis für sich waren die beiden Nachtfahrten im Softzug, zuerst von Suzhou nach Xi’an und später weiter nach Beijing. Gemeinsam in den Abteilen zu sitzen, zu reden und irgendwann vom Rattern der Schienen in den Schlaf geschaukelt zu werden, war für viele einer der Höhepunkte der Reise. In Xi’an standen wir dann staunend vor der weltberühmten Terrakotta-Armee am Mausoleum des ersten Kaisers Qin Shihuangdi. Außerdem machten wir eine Fahrradtour auf der alten Stadtmauer, sahen die Große Wildganspagode, besuchten das Xi’an Museum und probierten uns durch die Muslimische Imbissstraße.

Zum Schluss ging es nach Beijing. Dort erklommen wir die Große Mauer bei Badaling, warfen einen Blick auf das Olympiastadion „Vogelnest“, liefen über den Platz des Himmlischen Friedens und durch die Verbotene Stadt, besuchten den Himmelstempel und streiften durch die traditionellen Hutongs. Bei einem gemeinsamen Abendessen mit echter Peking-Ente ließen wir die Reise ausklingen, bevor wir am 7. Oktober von Beijing aus nach Hause flogen.

Ein ganz ausdrücklicher Dank geht an unsere Partnerschule, die Shanghai Changzheng Secondary School. Sie hat uns alles Erdenkliche ermöglicht. Für die beiden Lehrkräfte und 14 Schülerinnen und Schüler übernahm sie eine Woche lang die Unterbringung in einem Vier-Sterne-Hotel. Dazu kamen sämtliche Fahrdienste und Transporte sowie eine Verpflegung, die keine Wünsche offenließ. Eine solche Gastfreundschaft ist für uns alles andere als selbstverständlich, und wir wissen sie sehr zu schätzen. Unser Dank gilt auch den Gastfamilien, die unsere Schülerinnen und Schüler so liebevoll aufgenommen haben.

„Diese zwei Wochen waren ein Geschenk, für unsere Schülerinnen und Schüler genauso wie für uns Lehrkräfte“, zieht Herr Schneider Bilanz. „Wir haben eine Schule erlebt, die uns mit offenen Armen empfangen hat, wir haben Freundschaften wachsen sehen und auf unserer Reise Orte kennengelernt, die man sonst nur aus Büchern kennt. Unsere Gruppe war großartig: neugierig, offen und immer füreinander da. Ich bin mir sicher, dass jede und jeder von uns ein Stück China mit nach Hause genommen hat.“

Der nächste Austausch ist in zwei Jahren geplant, und wir freuen uns schon jetzt darauf. Bis dahin wollen beide Schulen in engem Kontakt bleiben. Angedacht ist außerdem eine Zusammenarbeit im Bereich Robotics. Damit kann aus der Freundschaft zwischen unseren Schulen auch ein gemeinsames Projekt werden.