Atemlos in Osttirol

Wer glaubt, dass dies der Untertitel einer Krimi-Folge ist, der irrt. Es handelt sich vielmehr um eine sehr knappe Zusammenfassung der diesjährigen Skifahrt des EVGBM. Doch nun besser von Anfang an:
Kapitel 1. Schlaflos. Freitag, 30. Januar, 21.30h. 45 Teilnehmer/innen finden sich am Busplatz in Bad Marienberg ein und warten ungeduldig auf den Doppeldeckerbus, der alle nach Österreich (Matrei in Osttirol) bringen soll. Es ist kalt, viele haben Decken und Kissen dabei, um die bevorstehende Nacht in den Bussitzen halbwegs bequem ertragen zu können. Eine Gruppe sitzt bereits im Bus. Auch sie wollen nach Matrei. Schnell schlummern alle vor sich hin, die Nacht vergeht zögerlich, doch nach einigen Umwegen finden wir schließlich doch unser Ziel, das Hotel Hohe Tauern. Alle freuen sich über ihre guten Zimmer und einen blauen Himmel und Sonnenschein zur Begrüßung in Österreich.
Kapitel 2. Wolkenlos. Das schöne Wetter bleibt die nächsten beiden Tage bestehen und trägt dazu bei, dass die Stimmung „spitze“ ist. Dieser Frage-Antwort-Schlachtruf etabliert sich schnell in der Gruppe und führt so manches Mal dazu, dass – trotz möglichem Muskelkater oder mangelnder Motivation – allen ein Lächeln zu entlocken ist. Zum gemeinsamen Aufwärmen erklingen verschiedene Ohrwürmer, die den einen oder anderen dann auch den ganzen Tag begleiten. Helene Fischers „Atemlos“ ertönt immer wieder, auch DJ Ötzis „Hey Baby“ oder „Sweet Caroline“ sind Teil der morgendlichen Playlist, die teils auch schon im Skikeller zum Einsatz kommt. In verschiedenen Skikursen geht es auf die Pisten. Die Anforderungen variieren, sodass jede/r dem individuellen Fahrvermögen entsprechend kleinere und größere Teile des Großglockner Skiresorts erkunden kann. Die Fortschritte der gesamten Gruppe werden durch kleinere Missgeschicke nur unwesentlich beeinträchtigt: Sitzen die Schuhe richtig, sind die Materialien vollständig eingepackt (auch Skipass, Ski und Handschuhe)?
Kapitel 3. Nahezu problemlos. Als das Wetter wechselt, stellt so manche/r fest, dass die Pistenqualität durchaus anspruchsvoller werden kann. Nebel und Schneefall sorgen für ungeliebte Schneehaufen, die manchmal übersehen werden. Die Anzahl der Stürze erhöht sich etwas. Der Wunsch nach einem frühzeitigen Skitagende ist hier und da zu vernehmen. Fortgeschrittene und Könner harren aus und nehmen auch an diesem Tag die Talabfahrt (und nicht die Gondel ins Tal).
Kapitel 4. Endlos. Die letzten beiden Tage sind offenbar von dem festen Willen geprägt, weitere Fortschritte zu erzielen. Während der Sport LK sich zielstrebig auf die anstehende Prüfung am letzten Skitag vorbereitet, erkunden einige Anfänger/innen die Talabfahrt nach Matrei sowie nach Kals. Die Fortgeschrittenen und Könner fahren mit und ohne konkrete Übungen ihre Lieblingspisten rauf und runter und genießen die Zeit im Schnee. Auch eine Mountainrallye wird noch von allen absolviert: Jedes Zimmer soll verschiedene Aufgaben erledigen und per Foto und Video die Ergebnisse festhalten. Es wird gedichtet, ohne Ausrüstung Ski gefahren, es werden Formationen präsentiert und FIS-Regeln dargestellt, auch Tänze und Gruppenhandschläge werden dokumentiert. Die Ergebnisse sind allesamt eindrucksvoll und es fällt der unabhängigen Jury schwer, eine Siegergruppe zu ermitteln, die dann am gemeinsamen letzten Abend geehrt werden soll.
Ehe die letzte Abfahrt ansteht, treffen verschiedene Gruppen in der so genannten Adler Lounge ein, einem stylischen Restaurant auf 2400m Höhe. Der Kaiserschmarrn soll, so sagt man, hier besonders gut sein. Und so werden die letzten Euros zusammengelegt, um überprüfen zu können, ob an dem Gerücht etwas Wahres ist.
Kapitel 5. Atemlos. Die Rückfahrt steht an. Die Nachricht, dass nach dem Frühstück um 6.30h die Zimmer geräumt sein müssen, versetzt allen einen kleinen Dämpfer. Doch da der Müll bereits am Abend zuvor weitestgehend sortiert wurde und die Zimmer halbwegs aufgeräumt waren, geht der Aufbruch schnell voran. Als der Bus eintrifft, ist wieder eine Gruppe bereits an Board, wir sitzen geschlossen im hinteren Teil des doppelstöckigen Busses. Es geht nur langsam vorwärts, ein Stau folgt dem nächsten. Irgendwann übernimmt die zweite Gruppe die musikalische Leitung und wir fügen uns stillschweigend unserem Schicksal. Schließlich erfolgt eine Gegenmaßnahme: Fast alle Marienberger stimmen mit ein, als es darum geht, die andere Gruppe zu übertönen. „Atemlos“ ruckelt der Bus die letzten Kilometer in den Westerwald. Nach fast 12 Stunden Fahrt sind sich alle einig: Die diesjährige Skifahrt war ein tolles Erlebnis, kurzum: einfach „spitze“!

































