Acht Tage voller Kultur, Geschichte und unvergesslicher Eindrücke

Studienfahrt der Jahrgangsstufe 12 nach Hamburg.
Vom 2. bis 10. Mai 2026 begab sich die Jahrgangsstufe 12 des Evangelischen Gymnasiums Bad Marienberg auf eine Studienfahrt nach Hamburg – eine Reise, die sich als ebenso lehrreich wie erlebnisreich erwies. Begleitet von Herrn Alexander Lühr, Frau Alina Regner und Frau Andreea Paraian machten sich 33 Schülerinnen und Schüler mit dem Deutschlandticket auf den Weg in die Hansestadt. Die nachhaltige Anreise entwickelte sich jedoch schnell zu einer Geduldsprobe: Überfüllte Nahverkehrszüge, verpasste Anschlüsse und ein besonders chaotischer Halt in Osnabrück, wo der Zug erst mit einer Stunde Verspätung abfahren konnte, verlangten der Gruppe einiges ab. Als die Schülerinnen und Schüler am Abend endlich die Jugendherberge Horner Rennbahn erreichten, war die Erleichterung groß. Die Unterkunft erwies sich als idealer Ausgangspunkt: etwas außerhalb gelegen, aber mit der U‑Bahn in nur zehn Minuten im Zentrum, dazu mit überraschend gutem Essen und einer angenehmen Atmosphäre. Der geplante Abendspaziergang fiel der Erschöpfung zum Opfer – stattdessen ging es nach einem späten Abendessen direkt in die Zimmer.
Der erste volle Tag führte die Gruppe nach St. Pauli, eines der bekanntesten und kulturell vielfältigsten Viertel Hamburgs. St. Pauli ist geprägt von einer Mischung aus Hafenarbeit, Subkultur, Musikgeschichte und dem berühmten Kiez rund um die Reeperbahn, der als eines der lebhaftesten Vergnügungsviertel Europas gilt. Die Führung wurde von einer echten Kiezbewohnerin geleitet, die mit zahlreichen Anekdoten und persönlichen Geschichten einen authentischen Einblick in das Leben zwischen Hafen, Clubs und Wohnquartieren gab. Sie sprach offen über die Licht- und Schattenseiten des Viertels und bereitete die Schülerinnen und Schüler mit klaren Worten auf die Besonderheiten des Hamburger Nachtlebens vor.
Bei strahlendem Sonnenschein ging es anschließend zu einer Hafenrundfahrt XXL. Die Landungsbrücken, Ausgangspunkt vieler Rundfahrten, gehören zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt und sind ein zentraler Ort des Hamburger Hafenlebens. Während der zweistündigen Fahrt erlebte die Gruppe die maritime Seite Hamburgs aus nächster Nähe: die historische Speicherstadt, die modernen Hafenanlagen und gigantische Containerschiffe, die den Hafen zu einem der größten Europas machen. Die Schülerinnen und Schüler genossen die Fahrt sichtlich – nicht zuletzt wegen des perfekten Wetters!
Am Abend wartete ein architektonisches und kulturelles Highlight: die Elbphilharmonie. Das Konzerthaus, entworfen vom renommierten Architekturbüro Herzog & de Meuron, gilt als eines der modernsten und akustisch anspruchsvollsten Gebäude der Welt und ist heute das Wahrzeichen Hamburgs. Die Gruppe erkundete zunächst die Plaza, die als öffentlich zugängliche Aussichtsplattform einen beeindruckenden Blick über Hafen und Stadt bietet. Anschließend besuchten die Schülerinnen und Schüler ein Chorkonzert im Großen Saal, dessen außergewöhnliche Akustik selbst diejenigen beeindruckte, die mit klassischer Musik sonst wenig anfangen können.
Der dritte Tag stand im Zeichen der Geschichte. Im Speicherstadtmuseum, das sich in einem der historischen Lagerhäuser befindet, erhielten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in die Arbeitswelt der früheren Hafenarbeiter. Die Speicherstadt ist das größte zusammenhängende Lagerhausensemble der Welt und UNESCO-Welterbe; das Museum zeigt Werkzeuge, Waren und historische Techniken wie die Seilwinden, mit denen schwere Säcke in die Lagerhäuser gehievt wurden. Anschließend ging es ins Internationale Maritime Museum, das in Hamburgs ältestem erhaltenen Speichergebäude untergebracht ist und eine der weltweit größten Sammlungen von Schiffsmodellen, Uniformen und maritimen Artefakten beherbergt. Die Führung bot spannende Einblicke in die Seefahrtsgeschichte – von historischen Expeditionen bis zur modernen Schifffahrt.
Ein sportliches Kontrastprogramm bot der vierte Tag mit dem Besuch des Volksparkstadions, der Heimat des Hamburger SV. Das Stadion ist eines der bekanntesten Fußballstadien Deutschlands und bietet Führungen durch Innenraum, Kabinen, VIP-Bereich und Museum. Besonders aufregend war der Moment, als die Gruppe in den Katakomben auf Profispieler traf, die sich gerade auf das Training vorbereiteten. Selbst Schülerinnen und Schüler ohne Fußballbegeisterung zeigten sich beeindruckt von der Atmosphäre und den vielen Anekdoten rund um den Traditionsverein. Am Abend nutzten einige die Gelegenheit, ein Musical zu besuchen – darunter „Tarzan“ und „König der Löwen“, zwei der beliebtesten Shows der Stadt.
Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch im Miniatur Wunderland, der größten Modelleisenbahnanlage der Welt und einer der meistbesuchten Orte Hamburgs. Die Schülerinnen und Schüler erkundeten die detailreichen Miniaturwelten eigenständig und entdeckten unzählige liebevolle Details und Easter Eggs. Der sechste Tag führten die Gruppe zudem in die Kunsthalle Hamburg, eines der bedeutendsten Kunstmuseen Deutschlands, das Werke vom Mittelalter bis zur Moderne zeigt. Besonders beeindruckte das weltberühmte Gemälde „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ von Caspar David Friedrich, das als Ikone der Romantik gilt.
Der Besuch des Hamburger Hafengeburtstags bildete den krönenden Abschluss der kulturellen Erlebnisse. Das maritime Großereignis lockt jedes Jahr Millionen Besucher an und bietet ein vielfältiges Programm aus Schiffsparaden, Konzerten und Feuerwerk entlang der Hafenmeile. Die Schülerinnen und Schüler erlebten die Stadt an diesem Tag in ihrer lebendigsten Form – beeindruckt von der Vielfalt, aber auch überwältigt von den Menschenmassen.
Neben dem offiziellen Programm blieb genügend Zeit, Hamburg in Kleingruppen zu erkunden. Ob Shopping in der Innenstadt, Entspannung am Elbstrand oder Spaziergänge durch die Speicherstadt – jede und jeder konnte die Stadt auf eigene Weise erleben. Ein besonderer Moment war ein gemeinsamer Abend in einer Strandbar an der Elbe, als ein riesiges Kreuzfahrtschiff vorbeizog und die untergehende Sonne die Szene in goldenes Licht tauchte.
Für Organisator Herrn Lühr war die Fahrt ein persönlicher Erfolg: „Natürlich ist man im Vorfeld angespannt, ob alles klappt. Aber am Ende war es eine besondere Freude zu sehen, wie sehr die Schülerinnen und Schüler diese Woche genossen haben.“ Die Jugendlichen nahmen nicht nur kulturelle und historische Eindrücke mit, sondern auch die Erfahrung, sich selbstständig in einer Großstadt zu bewegen – eine wichtige Erkenntnis für „Landeier“ aus dem Westerwald, wie einige lachend bemerkten.
Die Studienfahrt nach Hamburg war für die Jahrgangsstufe 12 weit mehr als ein Ausflug: Sie war ein prägendes Erlebnis, das den Zusammenhalt stärkte und Erinnerungen schuf, über die man noch in Jahren und bei Ehemaligentreffen sprechen wird.




















