Demokratietag der Klassen 10 im Europahaus Bad Marienberg

Demokratietag der Klassen 10 im Europahaus Bad Marienberg

Am 12.06.2018 gestalteten die Klassen 10 und die Fachschaft Sozialkunde zusammen mit dem Europahaus Bad Marienberg einen Demokratietag, um alle Beteiligten für die Bedeutung der Europäischen Union zu sensibilisieren.

Im Rahmen eines Planspiels, in dem die Schülerinnen und Schüler sowohl in die Rollen sieben unterschiedlicher Mitgliedstaaten schlüpften als auch in die der Europäischen Kommission und des Europäischen Parlaments, wurden vielfältige Themengebiete behandelt und diskutiert, die die zukünftige politische Ausgestaltung der EU betreffen können. Auf der Tagesordnung standen unter anderem die Zukunft der Atomenergie, die Frage, ob ein frei zugängliches WLAN für alle EU-Bürgerinnen und Bürger eingerichtet oder ein Europäisches Soziales Jahr verpflichtend eingeführt werden soll, bis hin zu der institutionellen Frage inwieweit der Kommissionpräsident zukünftig von der EU-Bevölkerung direkt legitimiert werden sollte.

Die Fachschaft des EvGBM bedankt sich an dieser Stelle beim Europahaus Bad Marienberg für die hervorragende Kooperation.

HAM

Besuch des Landtags Rheinland-Pfalz in Mainz

Ein Exkursionsbericht

Besuch des Landtags Rheinland-Pfalz in Mainz

Am Dienstag, den 05.06.2018, fuhren die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 9 in den Landtag nach Mainz, in dem politische Debatten des Bundeslandes Rheinland-Pfalz stattfinden und Beschlüsse, die das Bundesland betreffen, gefasst werden (z.B. Kultur, Polizei, Fernsehen, Schul- und Bildungswesen, …).

Als wir dort ankamen, konnten wir durch die Lobby, verziert mit römischen Steinplatten und einem Torbogen, in den Plenarsaal gehen. Dieser Plenarsaal ist ausgestattet mit Technik aus den 80er Jahren, die heutzutage nicht mehr dem Stand der Technik entspricht, aber immer noch funktioniert und von uns auch genutzt wurde. Dort waren schon Plätze für uns mit Material für das spätere Rollenspiel vorbereitet. Bevor wir aber mit diesem begannen, begrüßten uns Dennis Heuer, Pia Wagner und Johannes Probst, die uns den ganzen Tag durch dieses Rollenspiel begleiteten. In dem Plenarsaal wurden wir in drei Fraktionen aufgeteilt (Fraktion Orange, Fraktion Blau, Fraktion Lila). Als Diskussionspunkt wurde uns das Thema PKW-Führerschein mit 16 vorgegeben, wobei der genaue Ablauf der Debatte durch einen vorher ausgehändigten Plan bestimmt wurde.

Für dieses Rollenspiel wählten wir zunächst eine(n) Fraktionsvorsitzende(n) (Jesper Schmidt, Carla Tarnowski, Moritz Koch) innerhalb der einzelnen Fraktionen und später eine Landtagspräsidentin (Elisabeth Herber) und zwei Schriftführer (Nils Emmerich, Robin Müller) in einer Abstimmung mit allen Fraktionen. Anschließend begann die Plenarsitzung, in der jeder Abgeordnete für seine (vorgegebene) Meinung argumentierte. Fraktion Orange war gegen den früheren Führerschein, Fraktion Blau für den früheren Führerschein und Fraktion Lila war gleichzeitig für diesen aber auch dagegen. Dabei wurden Argumente der verschiedenen Positionen genannt, belegt und wieder entkräftet.

Nach dieser Debatte bekamen wir 15 Minuten Zeit, um innerhalb der Fraktion und mit den beiden anderen Fraktionen einen Kompromiss zu finden und diesen in der vorgegebenen Zeit der Landtagspräsidentin vorzulegen. In diesen 15 Minuten kam es dann auch zu Auseinandersetzungen, da zwischen uns bzw. zwischen den Fraktionen Streitdebatten herrschten, in denen jeder seine Meinung durchsetzen wollte. Letztendlich kamen die drei Fraktionen zu dem Entschluss, dass Jugendliche ab einem Alter von 16 Jahren Auto fahren dürfen, allerdings für die ersten drei Monate in Begleitung eines Elternteils und mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 120 km/h. Über diesen Kompromissvorschlag wurde dann wieder im Plenarsaal abgestimmt, wobei die Mehrheit von fast 85 jungen Abgeordneten dafür stimmte.

Indem die Schülerinnen und Schüler ihr eigenes, imaginäres Gesetz aufstellten, konnten sie einen Einblick in die Arbeit eines Landtagsabgeordneten erhalten und sich in dessen Rolle hineinfühlen.

Pia, Klasse 9a

Landtagsabgeordnete besuchen das Evangelische Gymnasium Bad Marienberg

Landtagsabgeordnete besuchen das Evangelische Gymnasium Bad Marienberg

Am 9. November 2017 besuchten drei Landtagsabgeordnete im Rahmen des rheinland-pfälzischen Schulbesuchstag das Evangelische Gymnasium Bad Marienberg: Für die CDU vertrat Ralf Seekatz, neben seinem Mandat im Landtag auch Bürgermeister der Stadt Westerburg, seine Partei. Für die AfD konnte Dr. Jan Bollinger, Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion, gewonnen werden. Die SPD wurde durch den Landtagspräsidenten Hendrik Hering willkommen geheißen.
Eine Mischung aus Regierungs- und Oppositionsparteien und mit der AfD einer neu in den Landtag gewählten Fraktion versprach einen spannenden Nachmittag.
Schulleiter Dirk Weigand begrüßte die Gäste herzlich und ging noch einmal auf die historische Bedeutung des Datums mit seinen dunklen (Reichspogromnacht) wie auch fröhlichen Seiten (u.a. Mauerfall) ein. Gerade deshalb sei es wichtig, den Alltag zu unterbrechen und sich Zeit für die politische Diskussion zu nehmen.

Sozialkundelehrer Tim Diehl, Organisator der Veranstaltung, erklärte den Parlamentariern nun die Gesprächsregeln: Für jede Antwort auf eine Frage der SchülerInnen erhielt der Abgeordnete 2 Minuten Redezeit. Zum Ende dieser Zeit signalisierte ein Schüler mit bunten Karten, dass er zum Ende seiner Erklärung kommen sollte. Anschließend hatten die Mitstreiter 1 Minute Zeit zur Gegenrede.
Anschließend stellte Herr Diehl kurz den persönlichen und politischen Werdegang der Gäste dar: Während Herr Seekatz als Europa-Experte beschrieben wurde, liegen die Stärken von Herrn Dr. Bollinger und Herr Hering in der Wirtschaft: Dr. Bollinger promovierte in diesem Bereich, Herr Hering war mehrere Jahre Wirtschaftsminister in Rheinland-Pfalz.

Neben einem Gespräch über Patriotismus waren die ersten Fragen auch den Politikern selbst gewidmet: Die SchülerInnen der MSS wollten wissen, wie die Abgeordneten zur Politik gekommen seien: Herr Seekatz wurde hier ganz persönlich und erzählte eine Geschichte, wie er in einer Kneipe in Westerburg angesprochen worden sei, ob er nicht in der CDU mitarbeiten wolle.

Ein besonderer Schwerpunkt in der Diskussion lag in der besonderen Rolle der AfD: Die SchülerInnen fragten Herrn Hering, ob es nicht ein Widerspruch sei, dass Malu Dreyer eine Diskussion mit der Partei vor der Landtagswahl nicht gewünscht hatte, heute aber die SPD-Politiker mit den Abgeordneten diskutierten. Herr Hering verwies darauf, dass die AfD nun eine im Landtag vertretene Partei sei und man nicht mehr ausschließen könne mit ihr zu reden. Dr. Bollinger entgegnete, dass Abgeordnete seiner Partei nicht an alle Schulen hätten kommen dürfen und konstatierte, dass das Bildungsministerium hier tätig werden müsse, da gegen das Neutralitätsgebot verstoßen werde.
Im weiteren Verlauf nahm die Ayslthematik einen Schwerpunkt ein: Hier wurden besonders die Unterschiede zwischen den Parteien deutlich. Die SchülerInnen argumentierten mit Aussagen der AfD-Parteispitze und Aussagen aus dem Wahlprogramm: So wollte eine Schülerin von Herrn Dr. Bollinger wissen, ob sie als Muslima mit Migrationshintergrund wie von AfD-Politikern angeblich behauptet keine Deutsche sei. Das wollte Herr Dr. Bollinger nicht unterstützen und fasste die Thematik so zusammen, dass es in Städten wie Neuwied oder Ludwigshafen jedoch viele Menschen „ohne mitteleuropäische Prägung“ gebe und das vielen Menschen mulmige Gefühle bereite. Daraufhin erwiderte Herr Hering, dass er kein ungutes Gefühl habe, wenn er Menschen mit anderer Hautfarbe begegne. Man könne nicht MitbürgerInnen mit Migrationshintergrund und Kriminelle gleichsetzen.

In der Europapolitik betonten Herr Hering und Herr Seekatz die Notwendigkeit zur Zusammenarbeit der europäischen Staaten, vor allem bei der Entwicklungshilfe. Herr Dr. Bollinger hingegen forderte eine Rückkehr zu nationalen Währungen, da schwächere Staaten ihre komparativen Nachteile nicht ausgleichen könnten.

Die Frage, inwieweit eine Vergrößerung des Parteienspektrums im Landtag positiv sei, wurde unterschiedlich bewertet. Die Arbeit mit der AfD beschrieb Herr Hering als intensiv, man merke, dass Themen wie Asyl und Sicherheit  in den öffentlichen Sitzungen häufiger angesprochen würden und die Diskussionsatmosphäre sich verschärft habe.

Nach der etwa achtzigminütigen Diskussion mussten die Organisatoren die Runde leider beenden, da Herr Hering und Herr Seekatz noch weitere terminliche Verpflichtungen hatten. Die SchülerInnen hätten noch einige Fragen gehabt und gerne weiterdiskutiert.

Somit bedankten sich Herr Diehl und Herr Weigand bei den Gästen und forderten die SchülerInnen auf, sich einzumischen und politisch zu engagieren.

 

Marcel Henn