Exkursionen

Exkursion zur Gedächtnisstätte Hadamar

Am Donnerstag, den 12.01.2017, besuchten wir, die Klasse10a des Evangelischen Gymnasiums Bad Marienberg, zusammen mit unserem Lehrern Herr Diehl und Herr Doktor Schmidt die Gedenkstätte für die Opfer der NS-Euthanasie-Verbrechen in Hadamar.
Gegen 12:00 Uhr fuhren wir mit dem Bus los und wurden nach unserer Ankunft von der Gedenkstättenmitarbeiterin Stella Türk begrüßt. Gemeinsam mit ihr schauten wir uns einige Bild- und Textquellen an, die ins Thema „Euthanasie“ einführen sollten. Erstmals lernten wir auch über eine Biografiekarte die Geschichte einer Beteiligten, genauer gesagt eines jungen Mädchens namens Anna Voss. Über solche Karten erfuhren wir während des gesamten Aufenthaltes etwas über die verschiedenen Geschichten und Ansichten von Opfern und Tätern. Der Schrecken wurde also personalisiert.
Nach dieser Einleitung gingen wir in den Innenhof und schauten uns die, größtenteils noch original erhaltende, Busgarage an, mit der unsere Rundführung begann. In der Garage, die früher als Ankunftsort für die „Patienten“ diente, erfuhren wir nun von Frau Türk Näheres über das „T4-Programm“ (benannt nach dem Ort der Planungsbehörde, der Tiergartenstraße 4 in Berlin). Dies bezeichnet das systematische Töten von Behinderten, das im Dritten Reich als Gnadentod gesehen wurde, weil ihr Leben als „lebensunwert“ erachtet wurde. Wenn Menschen nach Meinung der nationalsozialisten der Gesellschaft nicht mehr nutzten (beispielsweise als Arbeitskraft), wurden sie in, als Nervenheilanstalt getarnte, Tötungsanstalten wie beispielsweise Hadamar gebracht.

Keller

Zurück in der Aufstellung wurden wir genauer über den Weg der „Patienten“ bis zu ihrem Tod informiert. Wir erfuhren beispielsweise auch, dass das Euthanasie-Programm in zwei Phasen unterteilt wird, wovon die erste von 1939-1941 andauerte. Anschließend gingen wir in den historischen Keller, der größtenteils noch erhalten ist. Wir bekamen die Gaskammer, das Krematorium und den Sektionsraum, in dem beispielsweise von den Toten Goldzähne für die Staatskasse oder deren Gehirne zur Erforschung entfernt wurden, zu Gesicht.

Sektionstisch

Viele von uns hatten bei diesem Anblick ein sehr beklemmendes und mulmiges Gefühl und waren froh, als wir gegen 14:10 Uhr eine Pause machten und wieder in die Ausstellung nach oben gingen. Nach der Pause stiegen wir gegen 15:00 Uhr die 160 Stufen zum Friedhof der zweiten Phase der NS-Euthanasie-Morde hinauf. In der zweiten Phase, die von 1942 bis 1945 dauerte, wurde nicht mehr mit Gas, sondern zum Beispiel mit überdosierten Medikamenten gemordet. Nun waren sich die Patienten der Morde bewusst und warteten auf ihren Tod. Die gewonnen Eindrücke wurden abschließend in einer Reflexionsrunde aufgearbeitet.
Von: Julia Mazurek & Lina Panthel