Einsatzsanitäter

Auf dem Weg zur Professionalität

Einsatzsanitäter ist die höchste organisationsinterne Sanitätsausbildung der Malteser. Seit Sommer 2013 bieten wir den Schülern der Jahrgansstufe 10 diesen Lehrgang an. Höher geht an der allgemeinbildenden Schule nicht – die staatlich geregelte Rettungssanitäterausbildung bedarf der staatlich anerkannten Rettungsdienstschule, die Notfallsanitäterausbildung ist eine hauptberufliche Berufsausbildung.

Unsere ersten Aspiranten waren allesamt schon Schulsanitäter seit Klasse 7 und, kein Wunder, alle bestanden die Prüfung. Der zweite Kurs bestand aus drei Altsanis und sechs Interessenten, die vorher noch nichts mit Hilfeleistung am Hut hatten. Überraschung: Auch hier bestanden alle ihre Prüfung. Der aktuelle Kurs ist halbe-halbe besetzt.

    01Was unterscheidet den Einsatzsanitäter vom Schulsani?

    Das Hintergrundwissen, Kenntnisse über das Vorgehen bei Großeinsätzen, intensiveres Training der weitergehenden Maßnahmen. Während Schulsanis z.B. gesehen haben sollen, wie eine Infusion vorbereitet wird, müssen Einsatzsanitäter Medikamente aller Art verabreichungsfertig vorbereiten können. Schulsanis unterstützen beim Immobilisieren, Einsatzsanitäter müssen mit den Schienen, Spineboard, Schaufeltrage etc. sicher umgehen können. Es werden Krankheitsbilder besprochen die im Schulumfeld selten sind, in „echten“ Einsätzen außerhalb der Schule aber durchaus vorkommen. Die Reanimation nach BLS-Schema mit Beutel, Maske und Defibrillator muss sitzen. Und die Kooperation mit dem Rettungsdienst muss funktionieren. Überprüft wird das nach mindestens 80 Unterrichtsstunden in einer theoretischen schriftlichen und einer dreiteiligen fachpraktischen Prüfung. Die Kommission wird von einer Amtsärztin mit Prüfungsbefugnis für den Rettungsdienst, nebenher Malteser-Beauftragte im Main-Taunus-Kreis, geleitet. Der Ausbilder der AG ist höchstens noch Beisitzer.

    02Welches Einsatzgebiet haben die Einsatzsanitäter?

    An der Schule stellen die Einsatzsanitäter die Rückfallebene für die jüngeren Schulsanitäter dar. Jeweils ein „ES“ ist im wöchentlichen Turnus abrufbar, wenn es fachliche Probleme gibt oder das Arztzimmer überquillt. Erst wenn der „ES vom Dienst“ nicht ausreicht, wird der Ausbilder (Rettungssanitäter) gerufen – oder halt direkt der Rettungsdienst alarmiert.

    Die Teilnehmer werden kostenlos von den Maltesern ausgebildet. Dafür erwarten die Malteser auch die Mitwirkung bei Diensten – es muss ja nicht jedes Wochenende sein. Unsere Einsatzsanitäter waren bei Hessentagen dabei, beim Tag der Deutschen Einheit 2015 und auch in der Flüchtlingsbetreuung im Sommer 2015 in Limburg und Weilburg. Einige scheinen ein „Lasst uns auf die Menschheit los“ unsichtbar auf die Stirn tätowiert zu haben und die Malteserjugend im Westerwald ist weitgehend von ihnen „unterwandert“.

    03Medikamente?

    Auch wenn unsere Einsatzsanitäter gelernt haben, wie man dem Rettungsdienst oder dem Arzt bei der Medikamentengabe zuarbeitet, so sind „Medis“ für uns dennoch tabu. Der Arzt entscheidet, wer welches Medikament für welchen Zustand erhält, das können nur Ärzte. Dementsprechend haben wir nicht einmal Allergiesalben oder Kopfschmerztabletten im Haus.

    Nichts desto trotz wüssten wir gerne, wenn unsere Schüler Notfallmedikamente mit sich führen. Die Information wird unter Verschluss gehalten, um die Betroffenen im Ernstfall fragen oder den Rettungsdienst gezielt informieren zu können.

    In vereinzelten Fällen kann es vorkommen, dass jüngere Schüler Notfallmedikamente bei sich tragen, die sie im Notfall selber möglicherweise gar nicht anwenden können. Die Verabreichung von Notfallmedikamenten, die einem bestimmten Patienten vom Arzt verschrieben wurden und von diesem Patienten mitgeführt werden, ist in dem Fall für den sie verschrieben wurden laut Rechtsauskunft des Justitiariats der EKHN entsprechend der einschlägigen Richtlinie des Landes Rheinland-Pfalz der Schule zugestanden. Dies geht aber sinnvoll nur, wenn Lehrer und ältere Schulsanitäter sowie Einsatzsanitäter durch den behandelnden Arzt geschult wurden und ein schriftlicher Notfallplan vom Arzt erstellt wurde. Dies müssen jedoch die Eltern mit dem Arzt vereinbaren. Ansprechpartner an der Schule ist Herr Thinius