Flüchtlingsarbeit

FLÜCHTLINGE AM EVANGELISCHEN GYMNASIUM BAD MARIENBERG

„Ich bin ein Fremder (…) und ihr habt mich aufgenommen“ (Mt. 25, 43)

„Jeder Mensch [ist] (…) ein einzigartiger Gedanke Gottes. Dabei achten wir jeden Menschen als Ebenbild Gottes in seiner Einzigartigkeit, in seiner Würde und in seiner Religiosität. Für uns konkretisiert sich das christliche Menschenbild in der inklusiven Verwirklichung der Verschiedenheit und der individuellen Förderung, gemäß der vorbehaltlosen Zuwendung Gottes zu allen Menschen.“

Weil dieses Bekenntnis zum christlichen Glauben nicht nur auf dem Papier stehen, sondern mit Inhalten und Taten gefüllt werden soll, war es uns im September 2015 ein Bedürfnis, Flüchtlinge willkommen zu heißen und aufzunehmen. Es ist ein Gebot der Humanität und ein Zeichen christlicher Verantwortung.

Mit dieser Botschaft wenden wir uns auch an die Menschen in und um Bad Marienberg, um ein Zeichen zu setzen: Schule kann und soll (!) nicht Bildung ohne gesellschaftlichen Zusammenhang vermitteln. Das Evangelische Gymnasium Bad Marienberg möchte christliche Nächstenliebe und soziale wie kulturelle Werte weitergeben – unabhängig von Herkunft, Kultur und Religiosität.

Auf dieser Basis gab es eine Konsensentscheidung ALLER Beteiligten in der EKHN, der Geschäftsführung, Schulleitung, Lehrerschaft und aller anderen Mitarbeiter des Evangelischen Gymnasiums Bad Marienberg, junge Flüchtlinge als Schulpraktikanten und Schüler aufzunehmen und somit einen wichtigen Beitrag zur Integration zu leisten.

Als Ansprechpartner stehen Ihnen Herr Wetzel und Herr Zöller gerne zur Verfügung.

Aktuelle Informationen aus unserer Flüchtlingsarbeit

Woche der Begegnung am Evangelischen Gymnasium Bad Marienberg

Gemeinsamer Bau einer Bambusskulptur zur Flüchtlingsintegration

Woche der Begegnung am Evangelischen Gymnasium Bad Marienberg

Nach den Sommerferien (21.-26.08.2017) führen wir am Evangelischen Gymnasium ein Kunstprojekt zur Flüchtlingsintegration durch, bei dem eine soziale Plastik entstehen soll. Die Projektleitung übernehmen Loic Devaux, ein französischer Künstler und Meisterschüler der Alanus Hochschule in Bonn und die Künstlerin Miriam Nolte. Ein Teil von Loic Devaux Arbeiten besteht aus Steinskulpturen, die zurzeit auf unserem Schulgelände ausgestellt sind.

Luic Devaux hat in Zusammenarbeit mit Miriam Nolte bereits im letzten Jahr ein solches Projekt in Bonn erfolgreich durchgeführt. Im Vordergrund stand das gemeinsame Erbauen einer Bambusskulptur auf der Poppelsdorfer Allee. Geflüchtete Menschen und Bürger der Stadt Bonn waren eingeladen an dem Bau mitzuwirken.

Ziel war es, durch den gemeinsamen Prozess des Bauens kulturelle Vielfalt und Überschneidung zu fördern und mittels ästhetischer Strategien neue Kommunikationsformen zu bilden, um sich auf diese Weise einem unbekannten Kunstbegriff zu nähern. (vgl. Dokumentation des Projekts)

Ein ähnliches Projekt führen wir am Evangelischen Gymnasium in Bad Marienberg vor, das auch von Verbandsbürgermeister Jürgen Schmidt sehr begrüßt wird. In Zusammenarbeit mit Frau Eva Ehrlich- Lingens und Herrn Lingens (Kooperation mit Projekten der VG: „ Ich bin dabei“ und „Angekommen“)  möchten wir die Berührungsängste und Vorurteile gegenüber geflüchteten Menschen der Region durch das Bauen einer gemeinsamen Bambusskulptur aufbrechen. Herr Bürgermeister Schmidt sieht gleichzeitig eine Chance, das Miteinander des gesamten Schulzentrums zu fördern. Da das Projekt über die Grenzen des Schulgeländes hinausgehen und sich für alle Interessierten der Verbandsgemeinde öffnen soll, wird auch das gemeinsame Kochen und Essen ein wichtiger Bestandteil sein.

Die Bildhauer sind während der Woche auf dem Schulgelände anwesend und leiten das Projekt. Für die einzelnen Klassen wird es einen Plan geben, so dass immer ca. zwei Klassen an dem Projekt arbeiten. Nach oder auch während der Schulzeit können auch andere Flüchtlinge und/oder Interessierte aus der Verbandsgemeinde  teilnehmen. Das benachbarte Schulzentrum unterstützt das Vorhaben und wird mit einzelnen Klassen (Gruppen) mitmachen.

Anmeldung

Kulturfahrt der SV nach Berlin

Demokratie unmittelbar erleben

Kulturfahrt der SV nach Berlin

„Demokratie unmittelbar erleben“ war das Motto der Kulturfahrt der Schülervertretung vom 18.-21. Juni 2017, an der 22 Schülerinnen und Schüler aus den Klassenstufen 8-12 des Evangelischen Gymnasiums teilnahmen. Sie wurden begleitet von Schulleiter Dirk Weigand sowie den Lehrkräften Stephanie Seibert und Moritz Zöller. Eingeladen waren insbesondere Flüchtlinge, die in den letzten Schuljahren an der Schule aufgenommen worden waren, ihre Tutorinnen und Tutoren sowie alle Schülerinnen und Schüler, die sich aktiv für die Integrationsarbeit am Evangelischen Gymnasium engagiert hatten. Die Fahrt wurde zu großen Teilen durch das Preisgeld der EKD finanziert, mit dem die Flüchtlingsarbeit der Schule zu Anfang des Jahres ausgezeichnet wurde. Einen beträchtlichen Teil der Fahrtkosten bezuschusste die Bundestagsabgeordnete Gabi Weber (MdB) von der SPD, auf deren Einladung die Gruppe im Rahmen der Fahrt den Bundestag besichtigen konnte. Übrig blieb letztlich ein geringer Eigenanteil in Höhe von 45,- Euro pro Teilnehmer.

Das Programm war eine bunte Mischung aus Kultur, Unterhaltung und Freizeit. Nach dem Einchecken im Hostel in Friedrichshain fuhr die Gruppe gemeinsam mit den Lehrkräften bis zum Brandenburger Tor, wo neben zahlreichen Selfies auch ein erstes Gruppenfoto vor imposanter Kulisse gemacht wurde. Im Anschluss daran durften die Jugendlichen zwecks Verpflegung erstmals alleine losziehen, bevor es gegen halb zehn gemeinsam zurück zum Hostel ging. Der erste große Programmpunkt am Montagmorgen war der Besuch des Bundestags. Nach einer Besichtigung des Plenarsaals und der Reichstagskuppel wurde die Reisegruppe von der Bundestagsabgeordneten Gabi Weber (SPD) ins Paul-Löbe-Haus zum Mittagessen und zu einem persönlichen Gespräch empfangen. Die Schülerinnen und Schüler hatte die Möglichkeit, der Bundestagsabgeordneten eine Stunde lang Fragen zu ihrer Arbeit in Bundestag und Wahlkreis zu stellen. Da Gabi Weber bereits im Mai zu einem Vorbereitungs- und Kennenlerntreffen in der Schule zu Gast war, entwickelte sich schnell eine vertraute und interessante Gesprächsrunde, sodass die Zeit wie im Flug verging. Abends durften die Schülerinnen und Schüler im Club Matrix (Schülerdisco) ausgelassen feiern, während ihre Begleiter in der vom Partyraum abgegrenzten Lehrerlounge warteten. Am Dienstag wurde ein ausgiebiger Freizeit- und Erkundungsblock in Kleingruppen eingerahmt von einem Rundgang durch 800 Jahre Berlin im Museum „Story of Berlin“ am Kurfürstendamm und einer Schiffstour auf der Spree.

Unter dem Strich standen zwar viele unterschiedliche Eindrücke, aber ein einheitliches Fazit: Die Fahrt war ein voller Erfolg! „Wir haben viel über den Bundestag, die Arbeit von Abgeordneten und vom Leben in einer Großstadt lernen können. Zudem hatten wir noch eine Menge Spaß“, so Khaled, Schüler der Klasse 9. Sehr beeindruckt waren die Schülerinnen und Schüler auch vom bunten Leben im Stadtviertel Friedrichshain.

Zu Besuch in der Landeshauptstadt

Landtagspräsident Hendrik Hering empfängt Flüchtlinge des Evangelischen Gymnasiums Bad Marienberg und deren Eltern in Mainz

Zu Besuch in der Landeshauptstadt

Das Evangelische Gymnasium Bad Marienberg verfolgt bei der schulischen Integration junger Flüchtlinge einen ganzheitlichen Ansatz, der auch die Eltern einbezieht. „Neben dem Spracherwerb ist es wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler in den Schulalltag integriert werden. Dabei spielt die Vermittlung einer demokratischen Wertekultur eine Schlüsselrolle“, betont Moritz Zöller, Lehrer und Koordinator für Flüchtlingsintegration am Evangelischen Gymnasium Bad Marienberg.

Im Schulalltag wurde schnell deutlich, dass eine wirksame Integrationsarbeit die Eltern und Betreuer der Flüchtlinge einschließen muss. Die Intensivierung der Elternarbeit führte zur Idee, Flüchtlingskinder und ihre Eltern gleichermaßen über den Schulalltag, Alltagsgewohnheiten, Abläufe und Werte, die das Zusammenleben in der Schule und in der Gesellschaft leiten, zu unterrichten. Für Schulleiter Weigand, selbst Sozialkundelehrer, ist es wichtig, dass die „neuen Schüler und Bürger“ ein Verständnis für unsere demokratische Gesellschaft entwickeln. „Die Eltern kann man nicht im Format einer Unterrichtsstunde Demokratie vermitteln, sondern sie müssen Demokratie erfahren“, so Weigand. Die zuständigen Lehrer am Evangelischen Gymnasium Bad Marienberg (neben Moritz Zöller sind Gunther Wetzel, Herman Raffelsiefen, Gerhard Huke und Alexander Bonin koordinierend verantwortlich) werden unterstützt von Schülerpaten, zu denen die Flüchtlinge schnell ein Vertrauensverhältnis aufbauen konnten.

Auf Einladung des Landtagspräsidenten Hendrik Hering wurde ein Besuch des Landtags in Mainz vorbereitet und durchgeführt. Hendrik Hering nahm sich sehr viel Zeit für die Fragen der Besuchergruppe und erklärte die Arbeit des Landesparlamentes. Neben allen Fragen und Diskussion zur parlamentarischen Demokratie äußerten die Eltern aber auch ihren größten Wunsch, möglichst schnell eine Arbeit zu finden. Hering versprach, den Dialog fortzusetzen und in Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur im Rahmen eines Treffens am Evangelischen Gymnasium Bad Marienberg berufliche Perspektiven und Möglichkeiten aufzuzeigen. Auch deshalb war der Besuch im Landtag für die Teilnehmer ein ermutigendes und möglicherweise zukunftsweisendes Erlebnis.

Unsere Schüler und ihre Eltern im Gespräch mit Landtagspräsidenten Hendrik Hering.